Zunächst mag man sich fragen, was das sein soll… Neokultur!? Schlichtweg nichts andres als ein weiteres Synonym für das Geschehen und Treiben im Internet. Vielleicht weils “hip” klingt… (neeee!) oder aber weil die domain noch frei war… (ja!) Netzkultur, Onlineaktivismus, “New Communication”, Digitalkultur, “Web 2.0″ … what ever, man nenne es wie man will. Das Internet wächst nicht nur in der Datenfülle, sondern auch an Kompetenzen und Möglichkeiten, sich gesellschaftlich und zwischenmenschlich auszutauschen. Real Life wird stets das Leben ausserhalb des Datenhighways genannt, mittlerweile aber ist beides untrennbar miteinander verschmolzen und bereichert nicht erst seit dem Chat-Blog-Forum-Sozialzeitalter. Auch wenn wir kurz davor sind, dass schlichtweg alle digitale Unterhaltungs- und Kommunikationsformen (Spiele, Software, Fernsehen, Telefon) per Internet realisiert werden, ist die Art und Weise diejenige, worüber sich Mensch und Gesellschaft Gedanken machen muss.
Vielmehr beeinflusst das Internet das soziale Real-Life, und nicht umgekehrt. Wir werden an lokalen Orten leben aber mit Menschen an verschiedenen Orten Beziehungen haben. Online versteht sich. Umgekehrt ist es sogar öfters der Fall, man lernt seinen Nachbarn, Gleichgesinnte oder Menschen vom selben Fleck mittlerweile übers Internet einfacher kennen, als in der Kneipe oder Disco. Und gerade weil das Internet mittlerweile diese gewaltige soziale Verantwortung trägt, bergen zentrale Verwaltungs- und Regulierungs- und Kommerzialisierungsversuche stets enorme Risiken mitsich.
Nicht erst, wenn ein haubentauchendes Gericht zur Ansicht kommt, dass ein Webauftritt für den Inhalt verlinkte Seiten haftet, oder Forenbetreiber für jeden geschriebenen Beitrag, Gerechtigkeitsanwälte Homepage wegen Copyrightverletzung oder private eBayer wegen “kommerziellen Handeln” verklagen, ist die virtuelle Datenfreiheit in Gefahr. Vielmehr wird alles mögliche, von Filme, Musik bis hin zu Service zwangsvermarktet. Egal ob ernsthaft ein “Email-Porto” in Erwägung gezogen wird, oder 10 Euro für ein Mp3-Musikalbun bezahlt werden soll, dass im Nutzen mehr als eingeschränkt ist.
Da kann man massig “offline” Parallelen ziehen, egal ob Ökologie, Ökonomie, Politik oder Gesellschaft, das soll aber hier im Blog weniger die Themen sein. Der virtuelle Karren ist noch nicht so weit in den Dreck gezogen worden wie der “reale”. Leider tendiert es aber in die selbe Richtung, wohl weil Gesellschaft die gleichen Prinzipien und Werte aufs Web überträgt. Dabei sind die Lösungen doch schon erfunden – wenn auch nicht immer ausgereift. Linux statt Windows, OpenSource statt “Bezahlen fürs Updaten”, Filesharing statt DRM usw usf… Es gibt viel zu diskutieren – packen wirs an!
Die Kultur des Internets ist nahezu identisch mit der Kultur der globalisierten Gesellschaft. Diese Entwicklung als basisdemokratische Chance zu begreifen, bedarf ein weites Umdenken im Umgang mit neuen Technologien. Darum und um viel mehr geht es auf Neokultur.de
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