Zwei schwedische Journalisten, Bosse Lindquist und Jesper Huor, begleiteten Julian Assange insgesamt sechs Monate lang und brachten nun einen einstündigen Dokumentarfilm heraus. Wikileaks-Aktivisten wurden diesen Sommer interviewt, während sie die Irak-Dokumente aufbereiteten, die mittweile die US-Regierung in Aufruhr versetzte. Der Film gibts mittlerweile bei vimeo hier: Mehr…
Das Wort ist stärker als das Schwert. Die Wikileaks-Sympathisanten, die unter dem Namen “anonymous” auftreten, rufen dazu auf, die Leaks der Enthüllungsplattform im Internet zu verbreiten – anstatt die Webauftritte von Unternehmen anzugreifen, die Wikileaks die Unterstützung untersagten. Das sagt zumindest eine Flyervorlage, die im Netz kursiert. Wörtlich steht dort folgendes: Mehr…
Firmen nutzen Online-Adventskalender zum Daten sammeln bei Kindern. Fast immer müssen mehr Angaben hinterlassen werden, als eigentlich benötigt. Das hat die Verbraucherzentrale NRW festgestellt, indem sie insgesamt 18 Adventskaldender im Internet überprüfte. Für eine Gewinnbenachrichtigung reiche die E-Mail-Adresse völlig aus, die Stichprobe ergab aber, dass die Unerfahrenheit und Spielfreude der Kinder oft ausgenutzt werde, um an weitere personenbezogene Daten zu kommen. Mehr…
Man ist sich einig bei der Sicherheitspolitik. Natürlich werden die freiheitlichen “Errungenschaften” der FDP-Unterhändler bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen als Erfolg suggeriert. Diese Errungenschaften sind keine, da es in keinem Punkt einen echten Wechsel geben wird. Alles wird erstmal nur ausgesetzt, eingeschränkt und aufgeschoben – Gesetzesrücknahme aber Fehlanzeige. Statt Netzsperren mit dem berühmten Stoppschild soll nun erstmal versucht werden, kinderpornographische Seite zu löschen. Die Online-Durchsuchung wird mit einigen juristischen Hürden mehr erweitert und die Nutzung der Vorratsdatenspeicherung soll auf “schwere Gefahrensituationen” beschränkt werden. In der Opposition und erst recht im Wahlkampf war die FDP ausnahmslos gegen alle drei Maßnahmen. Keines der Vorhaben kippte ganz. Im Gegenteil, die FDP kippte. Mehr…
Dass Wahlcomputer manipulierbar sind und weder Zeit noch Kosten sparen, ist ja ein alter Hut. Satire hat den Vorteil, dass sie oft mit einer Nagel-auf-dem-Kopf-treffenden Einfachheit die Kritik rüberbringt. Ein exzellentes Beispiel sind dafür die Simpsons. Man gebe sich diese Episode mit Homer beim wählen
"Datenschutz ist Täterschutz" lautete die Message eines TV-Berichts der Redaktion "Report München" vom Bayerischen Rundfunk. Wenn man die Aufklärung von Vergewaltigungen und vielen Morden erheblich vereinfacht, in dem man selber sprichwörtlich die Hosen runterlässt. Datenpannen am laufenden Band sind zwar freilich nicht so prickeld, scheint das Opfer aber wert zu sein, möge man der Argumentation von "Report München" folgen. Die gleiche Redaktion übrigends entdeckte eine Panne in der Software von Meldebehörden, wobei alle(!) Meldedaten frei im Internet einsehbar waren (Bericht auf YouTube). Ein Skandal des Datenklaus von vielen. Es wird zwischen "böser" Datensammelwut der Wirtschaft und berechtigter Datenerhebung des Staates unterschieden. "Big Brother lauert eher in der Privatwirtschaft als bei Vater Staat. Der Staat ist sauber, Teile der Privatwirtschaft leider überhaupt nicht", so der SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz und reicht den Schwarzen Peter mal brav der Wirtschaft weiter. Dass aber der Staat alles andere als sauber ist, belegen die mindestens genauso häufigen Pannen.
Die Vorratsdatenspeicherung ist beschlossene Sache. Heute nachmittag hat der Bundestag die Totalprotokollierung jegliches Telekommunikationsverhalten beschlossen. Herr Kauder von der CDU betonte nochmal, dass die Regierung NICHT den gläsernen Bürger möchte, sondern den gläsernen Verbrecher. Sind wir jetzt alle Verbrecher? …oder warum werden dann von JEDEM Menschen diese Daten gespeichert und nicht nur von Verbrechern? Ich fordere hiermit den Bundestag auf, die Vorratsdatenspeicherung NUR bei Verbrechern anzuwenden…
In einer Rede an die Nation stellte Schäuble den neuen Reisepass vor, auf dem nun auch Fingerabdrücke digital gespeichert werden sollen. Wer noch vor dem 1. November einen Reisepass beantragte hatte Glück und entging noch der Fingerabdruckspeicherung. Unser aller Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte gestern in einem Video im Internet den Pass der Nation vor. Uns liegt allerdings die Originalfassung vor, bevor sie synchronisiert wurde. Was Schäuble wirklich gesagt hat, könnt ihr in unserer Fassung jeweils nach jedem Satz lesen. Richtig unheimlich… aber lest selbst: Mehr…
Nachdem nun China schon ein Synonym für das staatlich überwachte und kontrollierte Internet geworden ist, scheint es so, als würde die deutsche Politik alles daran dem nachzueifern. Der Referentenentwurf zur “Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung” aus dem Bundesjustizministerium sieht vor, die deutschen Email-Provider zur Identifizierungspflicht ihrer Kunden zu zwingen, was China schon mit den Blogs erreicht hatte, wo keine Publizierung mit einem Pseudonym erlaubt ist. Schade um meinen GMX-Account… und die Kontaktemailadresse kontakt (at) neokultur.de wird dann wohl auch aus prinzipiellen Gründen nicht mehr unter schicker Neokultur.de Domain laufen. Ob Frau Zypries wohl bedacht hat, dass ausländische Freemail-Provider auch von deutschen Kunden genutzt werden können? Die werden wohl im nächsten Schritt schon am Provider für deutsche Surfer nicht verfügbar sein, so wie es die Musikindustrie mit AllofMP3.com in Dänemark getrieben hat. Mehr…
Informationsfreiheit ist schon ein großes Gut. Google bietet sie in all ihrer Fülle und Formen. Bloß zu welchem Preis? “Dat kost doch nix!” – mag man meinen. Au contraire! Geld kostet die Nutzung natürlich nicht, dafür aber einen Teil der Privatsphäre. Wir bekommen quasi die Informationen zum Preis einiger persönlicher Informationen, die wir freiwillig womöglich garnicht so preisgeben wollen. “Don’t be evil” hin oder her, die eigentlich ehrenwerte Aufgabe, das Wissen der Welt zu sammeln und gleichzeitig jedem Menschen zur Verfügung zur stellen ist bei einem privatwirtschaftlichen, gewinnorientierten Unternehmen einfach nicht wirklich gut aufgehoben. Da liegt zuviel Verantwortung auf zuwenig Schultern. Viel transparenter geschieht sowas bei einer großen demokratisch-durchorganisierten Masse, die keine kommerziellen Absichenten verfolgt, wie die Peer-to-Peer Community von “Yet another Cyberspace“, kurz: YaCy. Mehr…
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