Piratenpartei ohne Piratinnen
Früher oder später musste es ja so weit kommen. Das Thema der gleichberechtigen Sprache schlummerte förmlich im Themenwust der relativ jungen Piratenpartei, die ohnehin schon viel zu sehr damit beschäftigt ist, ihr Positionsspektrum auszuweiten. Also war es eigentlich nur ne Frage der Zeit, bis das Gespenst des Feminismus den innerparteilichen Diskurs erreichte und die Bombe platzen ließ, indem der Parteitag eine explizite Gleichstellungsforderung ablehnte. “Pirat” sei eine geschlechtsneutrale Anrede. Prompt feuerte die Blogosphäre mit Empörung und beißenden Zynismus der aufgekommenen Forderung nach beidgeschlechtlichen Formulierungen entgegen. Diese Reaktion ist geradezu üblich für alle Gruppen, die reflexartig aufgrund des beißenden Sprachempfinden das generische Maskulinum bevorzugen und sich deswegen leider keine tieferen Gedanken machen über den Sinn einer gleichgeschlechtlichen (Schrift-)Sprache.
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