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Archiv für September, 2006

CopyWHAT?! Teil 1: Copyright

27. September 2006 Keine Kommentare

Das mit dem Kopieren im Internet und digitalen Elementen allgemein ist ja so ne Sache. Keiner darfs, jeder machts… könnte man sagen! Aber gerade als “junger” Webmaster befasst man sich mit so urtrockenen sowie widersprüchlichen aber wichtigigen Dingen wie das Urheberrecht, Verwertungsrecht und allmöglichen Lizenzen – allem voran das Copyright. Was liegt also näher, das ganze zu thematisieren.

Das Urheberrecht, das ohnehin, wie der Name schon sagt, jedem Urheber eines Werkes zusteht und automatisch nach Schaffung rechtlich greift. Das allbekannte Copyright Zeichen © weist ausdrücklich auf die bewahrten Rechte hin, ist aber heute nicht mehr notwendig extra hinzuzufügen um ein Werk zu schützen. Grundsätzlich ist auch im Internet, jeder Text, jedes Bild, jeder Quellcode urheberrechtlich geschützt und darf in keinster Weise einfach so – auch in Auszügen irgendwie kopiert werden. Die Ausnahme ist bei Texten natürlich das Zitat. Dabei muss eindeutig die Quelle angegeben sein und das Zitat muss als solches erkennbar sein. Ein aus Zitaten zusammengefügter Text wäre da schon problematisch.Bei Bildern (und Grafiken allgemein) im Internet sieht das schon ganz anders. Während in den Neunzigern ganze private Homepages im steilen Aufwind des Internets mit lustig bunten sich bewegenden “Gif-Animationen” und sonstwie bunten Homepage Elementen zugepfropft waren, wuseln heutzutage Massen von Anwälten im Internet, die mit Abmahnungen private Homepagebetreiber mit Dollar-Zeichen in den Augen abmahnen. Es gibt zwar das sogenannte “Bildzitat”, da muss aber neben den üblichen Formen eines jeden Zitates auch ein triftiger Grund vorhanden sein, das bestimmte Bild zu verwenden. Es geht also nicht, dass ich ein selbstgemachtes Bild einer Person “zitiere”, um der ganzen Welt im Internet zu beweisen, welche schlimme Hackfresse der Mensch doch hat. Bei diesem Beispiel würde man obendrein auch noch gewisse Persönlichkeitsrechte von Portraits o.ä. verletzen In der Regel ist das Bildzitat sehr zweifelhaft und bei derzeitigen gesunden Paranoia, die man im Internet haben muss, würde ich mich nicht darauf verlassen… geschweige denn auf darauf verweisen.
Ebenso darf man bei eBay aufpassen, was man wie verkauft. Text muss eindeutig der eigene sein, das Bild sowieso und WAS man da WIE anbietet, muss sowieso bedacht werden. Hier ist auch die “Konkurrenz” wachsam. Oft schon ist es vorgekommen, dass einigen privaten Verkäufern ein “gewerbliches handeln” vorgeworfen wurde. Hier ist aber leider oft der umgekehrte Fall die Realität. Viele Verkäufer geben sich als Privatverkäufer aus um sich vor den Gewährleistungen des Käufers zu drücken. Solche erkennt man aber leicht, indem man sich die Fülle der angebotenden Ware anschaut. Rechtlich ist es gerade bei eBay sehr zweifelhaft, wann jemand wirklich gewerblich handelt und wann nicht. Oft entscheidet die Intensität der Verkäufe darüber. Genaugenommen handelt derjenige gewerblich, der etwas einkauft, um es mit Gewinn wiederzuverkaufen.Das mit Argusaugen bewachte, antianonyme Internet scheint wie ein Graus für jeden kleinen, “nichtkommerziell handelnden” User, der sich oder seine Homepage lediglich mit der Fülle an Medien aus dem Internet bereichern möchte.

Klar hat das Copyright seinen Sinn und Zweck. Wer möchte schon, dass sein Werk kopiert, missbraucht und/oder vermarktet wird? Das Internet aber, indem sich Informationen rasend schnell verbreiten und den allgemeine Austausch von Kultur – sei es Musik, Meinung, Kunst und was auch immer – erst so richtig global möglich gemacht hat, scheint wohl nicht so richtig mit dem Copyright zusammenzupassen. Das alte Prinzip hat quasi ausgedient. Mehr dazu im zweiten Teil hier!

KategorienNetzkultur Tags:

What the hell is Neokultur?!

26. September 2006 Keine Kommentare

Zunächst mag man sich fragen, was das sein soll… Neokultur!? Schlichtweg nichts andres als ein weiteres Synonym für das Geschehen und Treiben im Internet. Vielleicht weils “hip” klingt… (neeee!) oder aber weil die domain noch frei war… (ja!) Netzkultur, Onlineaktivismus, “New Communication”, Digitalkultur, “Web 2.0″ … what ever, man nenne es wie man will. Das Internet wächst nicht nur in der Datenfülle, sondern auch an Kompetenzen und Möglichkeiten, sich gesellschaftlich und zwischenmenschlich auszutauschen. Real Life wird stets das Leben ausserhalb des Datenhighways genannt, mittlerweile aber ist beides untrennbar miteinander verschmolzen und bereichert nicht erst seit dem Chat-Blog-Forum-Sozialzeitalter. Auch wenn wir kurz davor sind, dass schlichtweg alle digitale Unterhaltungs- und Kommunikationsformen (Spiele, Software, Fernsehen, Telefon) per Internet realisiert werden, ist die Art und Weise diejenige, worüber sich Mensch und Gesellschaft Gedanken machen muss.

Vielmehr beeinflusst das Internet das soziale Real-Life, und nicht umgekehrt. Wir werden an lokalen Orten leben aber mit Menschen an verschiedenen Orten Beziehungen haben. Online versteht sich. Umgekehrt ist es sogar öfters der Fall, man lernt seinen Nachbarn, Gleichgesinnte oder Menschen vom selben Fleck mittlerweile übers Internet einfacher kennen, als in der Kneipe oder Disco. Und gerade weil das Internet mittlerweile diese gewaltige soziale Verantwortung trägt, bergen zentrale Verwaltungs- und Regulierungs- und Kommerzialisierungsversuche stets enorme Risiken mitsich.

Nicht erst, wenn ein haubentauchendes Gericht zur Ansicht kommt, dass ein Webauftritt für den Inhalt verlinkte Seiten haftet, oder Forenbetreiber für jeden geschriebenen Beitrag, Gerechtigkeitsanwälte Homepage wegen Copyrightverletzung oder private eBayer wegen “kommerziellen Handeln” verklagen, ist die virtuelle Datenfreiheit in Gefahr. Vielmehr wird alles mögliche, von Filme, Musik bis hin zu Service zwangsvermarktet. Egal ob ernsthaft ein “Email-Porto” in Erwägung gezogen wird, oder 10 Euro für ein Mp3-Musikalbun bezahlt werden soll, dass im Nutzen mehr als eingeschränkt ist.

Da kann man massig “offline” Parallelen ziehen, egal ob Ökologie, Ökonomie, Politik oder Gesellschaft, das soll aber hier im Blog weniger die Themen sein. Der virtuelle Karren ist noch nicht so weit in den Dreck gezogen worden wie der “reale”. Leider tendiert es aber in die selbe Richtung, wohl weil Gesellschaft die gleichen Prinzipien und Werte aufs Web überträgt. Dabei sind die Lösungen doch schon erfunden – wenn auch nicht immer ausgereift. Linux statt Windows, OpenSource statt “Bezahlen fürs Updaten”, Filesharing statt DRM usw usf… Es gibt viel zu diskutieren – packen wirs an!
Die Kultur des Internets ist nahezu identisch mit der Kultur der globalisierten Gesellschaft. Diese Entwicklung als basisdemokratische Chance zu begreifen, bedarf ein weites Umdenken im Umgang mit neuen Technologien. Darum und um viel mehr geht es auf Neokultur.de

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